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Zwischen Militanz und Bürgerlichkeit

Selbstverständnis und Praxis der extremen Rechten

Zwischen Militanz und Bürgerlichkeit
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Hauptbeschreibung
Fremdenfeindliche und rechtsextrem motivierte Gewalttaten gehören heute in vielen Regionen Deutschlands zum Alltag. Auflehnung, Aktivismus und eine gewalttätige Aura sind Kennzeichen der rechtsextremen Szene. Obwohl Rechtsextremismus in der Öffentlichkeit zu Recht mit Gewalt gleichgesetzt wird, haben sich diese Gruppen in den letzten Jahren verändert. Zumindest verbal distanzieren sich viele rechtsextremistische Kader und überzeugte Neonazis öffentlich von Gewalt und versuchen ihre Mitstreiter zu disziplinieren. Sie beanspruchen für sich Gleichbehandlung und gerieren sich nach außen als gesittete und zivilisierte Biedermänner, als Mitglieder einer sozialen, progressiven Bewegung, die nur das "Gute" will. Die Öffentlichkeit ist von diesem Wandel überrascht und verunsichert. Rechtsextremisten, die Meinungsfreiheit und Toleranz "für sich" fordern, die überzeugten Demokraten Intoleranz, gar "Faschismus" vorwerfen, passen nicht in das medial verbreitete Klischee des dumpfen Nazi-Skinheads. Welche Taktiken wenden Rechtsextreme zur Imageverbesserung an, welche Strategien verfolgen sie? Und wie kann und muss die demokratische Öffentlichkeit mit diesem Wandel des politischen Stils umgehen? Andreas Klärner interessiert, wie sich die Aktionen und Organisationsformen der rechtsextremen Szene verändert haben, wer die Aktivisten sind, welches Selbstverständnis sie prägt und welche Erfolgsaussichten sich daher für diese Form des Rechtsextremismus prognostizieren lassen. Der Autor verschaffte sich über zwei Jahre hinweg die Möglichkeit, empirische Daten über Aktionen und Akteure in einer deutschen Stadt detailgenau zu erheben. Dank intensiver Gespräche ist er in der Lage, die Bewegungselite und Basisaktivisten sowie deren gewalttätiges Umfeld in einer Weise zu porträtieren, wie dies sonst bisher nicht möglich war. Seine Recherchen und Interviews gewähren sowohl einen Einblick in die Binnenperspektive dieses oft schwer zugänglichen Milieus als auch in die Kontaktnetze der Akteure mit überregional operierenden Protestbewegungen und politischen Parteien. Die rechtsextreme Bewegung zeigt sich zwar aktiv, provokativ und innovativ, ihre Mobilisierungskraft erweist sich jedoch als begrenzt. In einem kundigen Ausblick zu den Erfolgsaussichten der Rechten und möglichen Gegenstrategien wägt der Autor am Ende seiner Studie fördernde und hemmende Faktoren ab. Sein Fazit: Es hängt vor allem von den gesellschaftlichen Gegenkräften und der strikten Abgrenzung aller demokratischen Parteien von der rechtsextremen Szene ab, ob deren gegenwärtige relative Isolierung aufrechterhalten werden kann.
 
Inhaltsverzeichnis
Inhalt

Einleitung

1 Rechtsextremismus in Deutschland nach 1945: Von der partei- zur netzwerkförmigen Organisation
Erste Phase: die Sozialistische Reichspartei
Zweite Phase: Aufstieg und Niedergang der NPD -Zersplitterung und Pluralisierung des Rechtsextremismus
Dritte Phase: Wahlerfolge von REP und DVU - Entstehung einer rechtsextremen Jugendkultur
Vierte Phase: Gewaltwellen - Dynamisierung des Rechtsextremismus
Gesellschaftliche Gegenwehr

2 Rechtsextremismus als soziale Bewegung
Merkmale sozialer Bewegungen
Bewegungsforschung und Rechtsextremismus
Forschungsdefizite und -fragen

3 Zum methodischen Vorgehen
Planungsphase
Orientierungsphase
Hauptforschungsphase
Analysephase

4 Rechtsextremismus in A-Stadt
Zur Geschichte der rechtsextremen Szene in A-Stadt
Die Szene im Untersuchungszeitraum - Akteure, Organisationen, Aktionsräume, Gegenkräfte
Aktionsformen und öffentliches Auftreten

5 Die Aktivisten und ihr Umfeld - Porträts
Die lokale Bewegungselite
Die Basisaktivisten
Das Umfeld der Bewegung

6 Zum Selbstverständnis der Interviewten
Problemdefinitionen und Zukunftsvisionen
Selbstbeschreibung
Handlungsorientierungen

7 Zusammenfassung und Ausblick
Die rechtsextreme Bewegung zu Beginn des 21. Jahrhunderts - Erfolgsaussichten und Gegenstrategien

Danksagung
Bemerkungen zur Transkription
Abkürzungen
Literatur 316
 
Biographische Informationen
Andreas Klärner, Dr. phil., Soziologe, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für demografische Forschung (Rostock), im Forschungsbereich Independent Research Group: Culture of Reproduction.
 
Rezension
"Es passiert nicht oft, dass sich Sozialwissenschaftler so weit von Bibliotheken und Seminarräumen entfernen und sich so nah an ihr Forschungsobjekt heranpirschen wie Andreas Klärner. Mit den Methoden eines Ethnologen hat der Rostocker Soziologe mehr als ein Jahr akribisch die rechtsextreme Szene einer ostdeutschen Universitätsstadt erkundet. Er hat sich in einer Plattenbausiedlung eingemietet, er hat sich mit Taxifahrern und Imbissbudenbetreibern unterhalten, in rechten Internetforen mitdiskutiert, er hat bei Neonazis daheim auf der Couch gesessen....Herausgekommen ist eine erfreulich unkonventionelle Lokalstudie." Astrid Geisler, die tageszeitung "...eines der interessantesten Bücher, das in den letzten Jahren zum Thema Rechtsextremismus erschienen ist." Robert Scholz, www.endstation-rechts.de

"In der informativen Studie Andreas Klärners stehen die politischen Aktivisten im Mittelpunkt, ihre Ideen, Handlungskonzepte und Aktionsformen. Die Studie, aus erster Hand gearbeitet, ist originell. Klärner begibt sich in die Höhle des Löwen und analysiert ...die rechtsextreme Bewegung."
Eckhard Jesse, Die Welt
Hamburger Edition HIS; October 2012
348 pages; ISBN 9783868545074
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