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Gute Policey in Hochstift und Stadt Bamberg

Normgebung, Herrschaftspraxis und Machtbeziehungen vor dem Dreißigjährigen Krieg

Gute Policey in Hochstift und Stadt Bamberg
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Anknüpfend an Konzepte zur Herrschaftspraxis und Normumsetzung sowie Michel Foucaults Überlegungen zur Analytik der Macht untersucht diese Arbeit die Policeygesetzgebung im Hochstift Bamberg und seiner gleichnamigen Haupt- und Residenzstadt. Es wird ein zeitlicher Bogen gespannt von den ersten Verordnungen Anfang des 15. Jahrhunderts bis zum Jahr 1628, als im Kontext von Dreißigjährigem Krieg und Hexenverfolgungen die umfangreichste Bamberger Policeyordnung überhaupt erlassen wurde. Im Mittelpunkt stehen sowohl die Rekonstruktion der obrigkeitlichen Normgebung als auch eine mikrohistorische Analyse von Herrschaftspraxis und Machtbeziehungen zwischen den verschiedenen an Normgebung und -umsetzung beteiligten Gruppen wie dem Bischof, geistlichen, adligen und bürgerlichen Hofräten, Domkapitel, Stadträten oder Zünften. Dabei kann gezeigt werden, wie der Landesherr und seine Verwaltung in mehreren Etappen versuchten, die Interaktions- und Kommunikationsprozesse zu beschränken und Gesetzgebung sowie Kontroll- und Sanktionsmöglichkeiten zu monopolisieren und zu intensivieren. Andere traditionell am Implementationsprozess partizipierende Akteure steuerten dieser Herrschaftsverdichtung zunächst nur zögerlich entgegen, griffen dann aber auf verschiedene Möglichkeiten des aktiven wie passiven Widerstands zurück. Besonders der Rat der Stadt Bamberg entwickelte sich aufgrund seiner hervorgehobenen Stellung in der Gerichtsorganisation und der lokalen Normenkontrolle zu einem bedeutenden Gegenspieler, der erst im Rahmen der Hexenverfolgungen ausgeschaltet werden konnte.

Taking its clue from conceptions of the practice of governance and the implementation of normative structures as well as from Foucault´s reflections on the analysis of power, this book offers a scrutiny of police legislature in the prince-bishopric of Bamberg and its capital, the residential city of Bamberg. Beginning with the first legal ordinances in the eary 15th centtury, the study covers the time span up to the year 1628, when, in the context of the Thirty-Years War and rampant witch hunts, the most comprehensive Bamberg police legislation ever was decreed. The study attempts a reconstruction of the norm settings effected by the local authorities as well as a microhistorical analysis of the practices of governance and the relations of power between the various groups participating in the setting and implementing of norms. It shows how the principal and his bureaucracy in successive stages tried to restrain processes of interaction and communication while simultaneously monopolizing and intensifying legislature and the means of control and enforcement.
Vittorio Klostermann; May 2012
437 pages; ISBN 9783465141433
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